Modellprojekt 2.0: Riesa bleibt am Ball & weitere Modellkommune gesucht!

16. April 2019

Über den Zeitraum von zwei Jahren begleitete die Vernetzungsstelle im Rahmen eines Modellprojekts die Stadt Riesa bei der Verbesserung und Sicherung der Qualität in der Kita- und Schulverpflegung. Dabei sollten der Austausch zwischen den Akteuren und Entscheidern (Träger, Kitas, Schulen, Eltern, Schüler/-innen, Speisenanbieter) gestärkt sowie Verpflegungsausschüsse in den Kitas und Schulen beim Einsatz geeigneter Instrumente (z. B. zur Speisenplananalyse, für Schülerbefragungen, Erstellung von Leistungsverzeichnissen) unterstützt werden. Auf der Netzwerkveranstaltung Kita- und Schulverpflegung in Riesa Ende November 2018 kamen alle Akteure, die das Projekt mitgestaltet haben, zusammen, um gemeinsam auf die letzten zwei Jahre zurückzublicken und Ideen für eine zukunftsweisende Kita- und Schulverpflegung in Riesa auszuloten und in Leitsätzen zu verankern.

Netzwerkveranstaltung im November 2018: Statements aus Wissenschaft & Praxis©SLfG

Die Leitsätze formulieren ein gemeinsames Verständnis von Verpflegungsqualität und beschreiben ein ganzheitliches Konzept zur Qualitätssicherung, welches in Riesa zukünftig in Zusammenarbeit mit den Kitas und Schulen umgesetzt werden soll. Die Leitsätze geben damit einen wichtigen Rahmen vor, schränken jedoch die Kreativität in der Umsetzung der Kitas und Schulen nicht ein. Nun gilt es diese Leitsätze in die Praxis umzusetzen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen des Projekts eine intensivere Kommunikation zwischen der Stadt, den Einrichtungen und dem Speisenanbieter aufbauen konnten und möchten dies beibehalten“ resümieren Angela Stoye, Sachbearbeiterin, und Winnie Teichmann, Sachgebietsleiterin im Amt für Bürgerservice und Bildung der Stadt Riesa. „Wir möchten nun diese Leitsätze Schritt für Schritt in Riesa umsetzen!“

Gesagt, getan – Erste Trinkwasserbrunnen an drei Schulen

Über die Installation von drei Trinkwasserbrunnen freuen sich nun die Schülerinnen und Schüler der Oberschule „Am Sportzentrum“, der 3. Grundschule mit dem DRK-Hort „Regenbogen“ und der Schule „Lichtblick“. Die bunte Gestaltung der Brunnen soll durch die Schüler erfolgen. Damit hygienisch alles einwandfrei ist, sorgen die Hausmeister dafür, dass „immer genug Wasser durch die Leitung fließt“. „Alles wird in einem Handbuch vermerkt“, sagt Angela Stoye. Das ist Qualitätssicherung!

Weitere Schülerbefragungen ausgewertet

An der Schule „An der Goethestraße“ und am Städtischen Gymnasium fanden im Rahmen der Schulkonferenz sowie in einem Arbeitstreffen die gemeinsame Auswertung der Schülerbefragungen statt.

Ralf Hesse, Küchenleiter von der Gaststätte am Humboldtring freute sich über die positiven Bewertungen seiner Speisen und möchte dem Schüler-Wunsch nach mehr Abwechslung sowie mehr Obst und Knabber-Gemüse gern nachkommen. Erste Ideen (Gemüsesticks auf den Tischen und eine zweite Soße zur Wahl) hat er sich in der Schulkonferenz der Schule „An der Goethestraße“ direkt notiert.

Antje Kleeberg, Küchenbereichsleiterin der Schulverpflegung bei Gastroservice Selle GmbH, besprach mit der Schulleiterin Silke Zscheile und der engagierten Elternvertreterin Monika Wygasch sowie einigen Schülern des Städtischen Gymnasiums, wie man es schaffen könnte, mehr Schüler für das Schulessen zu begeistern. Die Schüler möchten gern einen Einblick in die große Produktionsküche erhalten, sehen, wie das mit der Produktion vieler Portionen funktioniert und Geschäftsführer Holger Selle persönlich kennen lernen. Darüber hinaus ist es Schulleiterin Silke Zscheile ein Anliegen, mehr im Bereich der Ernährungsbildung zu tun und eine Lernwerkstatt „Unser Schulessen“ durchführen.

Erzieherfortbildung IchKannKochen!

Damit zukünftige Kochaktionen in den Riesaer Kitas und Schulen noch besser gelingen, besuchen uns die Experten der Sarah-Wiener-Stiftung für die Erzieher-Fortbildung „IchKannKochen“ am 16.04.2019 in Riesa.

Schulungen mit Netzwerkcharakter

Die Stadt Riesa möchte gemeinsam mit den Einrichtungen abstimmen, wer, wann welche Befragung durchführt, wer bei Auswertungen behilflich ist und welche ernährungsbildenden Maßnahmen umgesetzt werden können und wie der Speisenanbieter hier unterstützen kann.


Weitere Modellkommune gesucht!

Als ersten Neuzugang und damit Modellkommune Nr. 2, begrüßt die Vernetzungsstelle die Stadt Radebeul an Bord! Gemeinsam mit der Sachgebietsleiterin für Kindertagestätten Jeanette Kunert der Stadt Radebeul sind die ersten Pläne für den Kitabereich geschmiedet und Interessen sind gesammelt. Auch die Köchinnen durften wir schon kennenlernen. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

Alle guten Dinge sind drei

Sie wollen sich gemeinsam mit Ihren Kitas, Schulen und Speisenanbieter(n) auf den Weg machen, die Verpflegung zu sichern und zu verbessern? Es besteht großes Interesse daran, alle Aspekte rund um das Thema gutes Kita- und Schulessen unter die Lupe zu nehmen, mit anderen Kommunen zu netzwerken und ihre Einrichtungen gezielt zu unterstützen? Bewerben Sie sich gern im Namen Ihrer Kommune als Modellkommune Nr. 3 für unser Modellprojekt.
Weitere Infos und die Ausschreibung finden Sie >>HIER<<.

Gemeinsam möchten wir mit Ihnen auf kommunaler Ebene ein Steuergremium einrichten, Leitsätze für die zukünftige Verpflegung entwickeln und bei deren Umsetzung durch Workshops/Schulungen zu unseren Instrumenten unterstützen.

Rufen Sie in den Einrichtungen Kita-Essen-AGs/Schulessen-AGs ins Leben und diskutieren Sie gemeinsam, was Sie erreichen wollen. Fragen Sie z. B. die Schüler nach ihrer Meinung und Verbesserungsvorschlägen, beteiligen Sie Eltern, Schüler, Lehrer, Erzieher bei der Anwendung von Instrumenten: z. B.: beim Teller wiegen (Portionsgrößen-Check) oder Schallpegel messen (Schallpegel-Check) oder einem Speisenplan-Check nach den DGE-Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung. Alles kann – nichts muss: Wir unterstützen Sie bedarfsgerecht, indem wir Sie anleiten und das nötige Handwerkszeug zur Verfügung stellen.

Das alles schafft, wie wir aus der Arbeit in Riesa wissen, neue Erkenntnisse und mehr Transparenz für alle Beteiligten.


Kontakt:

Manuela Sorg, Projektleiterin
Tel.: 0351 501936-63
E-Mail: sorg@slfg.de

Wiebke Helmcke, Projektkoordinatorin
Tel.: 0351 501936-62
E-Mail: helmcke@slfg.de