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Küchenteam ©Stadtverwaltung Radebeul

Leitsätze für eine gute Verpflegung der Kinder Radebeuls
Stadt Radebeul, SG Kindertagesstätten

Ausgangslage – kritische Nachfragen der Eltern

Als einige Eltern in Radebeul nach der Herkunft und Qualität der Lebensmittel für die Kitaverpflegung sowie nach dem Einsatz von Geschmacksverstärkern und Aromastoffen fragten, beschlossen die Sachgebietsleiterin Kindertagesstätten Jeannette Kunert und Amtsleiter Elmar Günther, die Qualität ihres Speisenangebotes genauer zu beleuchten.

Fünf Kitas befinden sich in der Stadt Radebeul in kommunaler Trägerschaft. Im Kinderhaus Naundorf, eine dieser Kitas, befindet sich eine Kochküche, in der ein Team aus zwei Köchinnen und einem Koch jeden Tag eine frische Vollverpflegung zubereitet. Diese wird vor Ort von den Kindern verspeist und an die anderen vier Kitas ausgeliefert.

„Man kann immer sagen ‚es läuft doch‘ und das Thema Verpflegung beiseiteschieben, aber ein regelmäßiger Qualitätscheck ist wichtig. Es braucht eine gewisse Feinfühligkeit für das Thema und Empfehlungen zur Verpflegung ändern sich auch immer wieder“, betont Jeannette Kunert. Neben der Betrachtung des Speiseplans sollte die Kommunikation zwischen den einzelnen Einrichtungen und zur Kochküche verbessert und intensiviert werden. Nach Abstimmung mit dem Küchenteam und den Einrichtungsleiterinnen nahm die Kommune Radebeul als Modellkommune zwei Jahre am IN FORM-Projekt 'Kommunikationsstrukturen und Instrumente zur Qualitätssicherung in der Kita- und Schulverpflegung' der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Sachsen von 2019-2020 teil.

Zum IN FORM-Projekt

 

Leitsätze zur Qualität der Verpflegung

Das Fundament für eine stetige Qualitätsentwicklung bildete in Radebeul die Erstellung von Leitsätzen. Die Leitsätze beantworten Fragen, wie 'Was bedeutet Kitaverpflegung für uns und was wollen wir genauer in den Blick nehmen?', 'An welchen Empfehlungen orientieren wir uns und was beinhalten diese?'

"Das Schaffen eines gemeinsamen Verständnisses von Qualität durch diese Leitsätze ist unbedingt der erste Schritt, wenn man einen Prozess zwischen mehreren Einrichtungen, dem Träger und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Küche und den Kitas in Gang setzt."

(Jeannette Kunert, Sachgebietsleiterin Kita der Stadt Radebeul)

 

Man drehe sich sonst im Kreis, laufe in unterschiedliche Richtungen und sei dann enttäuscht, dass man nicht zu einem gemeinsamen Ergebnis komme. Wichtig sei dabei die Festlegung von konkreten Verantwortlichkeiten und von Aufgaben, die im Alltäglichen leistbar sind.

Die Leitsätze zur Kitaverpflegung der Stadt Radebeul sind vollständig in der Broschüre "Gemeinsam Qualität in der Kita- und Schulverpflegung entwickeln. Handlungsempfehlungen für Träger von Kitas und Schulen" abgebildet.

 

Tipp

Die Handlungsempfehlungen richten sich an Träger von Kitas und Schulen, die in ihrer Stadt, Gemeinde oder ihrem Landkreis einen partizipativen Prozess der Qualitätsentwicklung anstoßen und die bestmögliche Kita- und Schulverpflegung anbieten wollen, um damit einen Beitrag zur gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu leisten und für mehr Zufriedenheit bei allen Beteiligten zu sorgen. Die Broschüre orientiert sich am PDCA-Zyklus und beinhaltet Erfahrungen und Gelingensfaktoren aus Modellkommunen.

Zum Download

Verpflegungsbeauftragte der Einrichtungen tauschen sich aus

Mit diesen Leitsätzen wurde auch eine bereits vorhandene Struktur wiederbelebt: die Verpflegungsbeauftragten. Dies ist je ein Verantwortlicher bzw. eine Verantwortliche aus dem pädagogischen Team jeder Einrichtung, der bzw. die für das Thema Ansprechperson ist und es vertritt. Zusammen mit einer Fachkraft aus der (Ausgabe-)küche der jeweiligen Einrichtung wurden fünf Verpflegungstandems gebildet. Zwischen den Verpflegungstandems, dem Küchenpersonal und der Vertreterin des Trägers finden quartalsweise sogenannte Küchenberatungen statt. Hier wurden und werden neben aktuellen Anliegen auch wichtige thematische Grundlagen besprochen, wie z. B. die Geschmacksentwicklung bei Kindern oder die Inhalte des DGE-Qualitätsstandards. Die Inhalte der Beratungen werden durch die Verpflegungstandems an die pädagogischen Teams und die Küchenteams weitergegeben. Dadurch wird die Bedeutung des Themas Verpflegung gestärkt und die Mahlzeitenbegleitung der Kinder durch die Pädagoginnen und Pädagogen in den Einrichtungen verbessert.

Verpflegungsbeauftragte der Stadt Radebeul tauschen sich aus ©SLfG
Beispiel für ein tägliches Feedback

Wie hat es heute geschmeckt?

Ein wichtiges Thema stellte auch das tägliche Feedback aus den Einrichtungen in die Kochküche dar. Mit dem bisherigen Feedbackbogen wusste das Küchenteam oft nicht, was die Rückmeldungen genau bedeuteten und die Einrichtungen waren unzufrieden, weil ihr Feedback nicht aufgegriffen wurde. Durch ein neues Feedbackinstrument mit genaueren Angaben zur Mahlzeit konnte die Kommunikation nachhaltig verbessert werden. Zusätzlich werden nun auch Kinderrückmeldungen notiert, welche das Küchenteam regelmäßig zum Schmunzeln bringen.

Ausblick - mehr Elternarbeit und -kommunikation

Durch die Fokussierung des Themas Verpflegung wurde die Zusammenarbeit zwischen Kochküche, den zu beliefernden Einrichtungen sowie dem Träger gestärkt und ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut, welches für alle Seiten gewinnbringend ist. In zwei Jahren Projektlaufzeit wurde eine gute Basis für die Qualitätssicherung der Kitaverpflegung geschaffen. Der Speisenplan hat sich verbessert und die Kommunikation wurde gestärkt. Jedoch muss der Prozess stetig weitergeführt werden.

"Es ist kein Selbstläufer“, sagt Jeannette Kunert, „Das hat die Corona-Pandemie uns auch noch einmal deutlich gezeigt."

Die kontinuierliche Motivation aller Beteiligten stelle eine besondere Herausforderung dar. Nicht immer werden Veränderungen als etwas positives aufgefasst und Anreize zur Beteiligung müssen immer wieder neu gesetzt werden.

2020 wurde eine Elternbefragung zur Kitaverpflegung in allen Einrichtungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden umfangreich ausgewertet und den Eltern in Form von Plakaten und Elternbriefen kommuniziert. Die Elternarbeit und -kommunikation zum Thema Kitaverpflegung bleiben für Radebeul bedeutsame Themen, die weiterhin ausbaufähig sind. Vielleicht können die Verpflegungstandems zukünftig durch Elternvertreter erweitert werden.

Des Weiteren soll es neben der wiederkehrenden Elternbefragung, im Jahr 2022 die erste Kinderbefragung geben. Mal sehen, wie die Kinder ihr Mittagessen, das Frühstück oder Vesper und die Essatmosphäre einschätzen.

 

Stand: 08/2021